Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank sorgt dafür, dass die Anleger kreativ werden, wenn es um eine rentable Kapitalanlage geht. Kreativ ist hier vielleicht das richtige Stichwort, denn immer mehr Anleger interessieren sich für Kunst als Anlageform, aber lohnt sich diese Anlage wirklich? Gibt es die große Kunst auch fürs kleine Geld oder ist Kunst nur etwas für die Reichen, die nicht auf den Euro schauen müssen?

Kunst zu Rekordsummen

Anlage-Kunst
Kunst als Anlageform, lohnt sich das?

Die extrem niedrigen Zinsen vereinen die Reichen und die weniger Reichen, denn beide haben das gleiche Problem: Es wird immer schwieriger, eine gute Geldanlage zu finden. Während Immobilien und Aktien nur für fachkundige Anleger infrage kommen, steht der Kunstmarkt für alle offen und dieser Markt boomt wie schon lange nicht mehr. Schon das Jahr 2014 war ein echtes Rekordjahr, denn auf dem internationalen Kunstmarkt wurde die sagenhafte Summe von 51 Milliarden Euro umgesetzt, sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. Vor zwei Jahren wurde sogar der Rekord von 2007 übertroffen, der mit 47 Milliarden schon sehr gut war.

Bis heute ist der Boom ungebrochen, denn alleine die großen Auktionshäuser wie Christie´s und Sotheby´s versteigerten nicht selten Bilder oder Skulpturen zu zweistelligen Millionenbeträgen. Schon in den 1980er Jahren hat der Kunstmarkt den elitären Kreis verlassen und die Finanzkrise 2008 machte den Markt auch für kleine Anleger sehr interessant.

Die Regeln für den Kunstmarkt

Viele Geldanlagen haben auch etwas mit Glück zu tun und das gilt ganz besonders für die Geldanlage Kunst. Der Markt ist nur sehr schwer vorhersehbar, es gibt Bilder, um die reißen sich die Anleger, andere Bilder finden überhaupt keinen Interessenten. Wer sein Glück mit der Geldanlage Kunst versuchen will, der sollte zum Beispiel beim Kauf von Gemälden darauf achten, dass die Bilder, die von einem Künstler stammen, der sein Handwerk auf einer Akademie gelernt hat, teurer gehandelt werden als die Bilder, die ein Autodidakt gemalt hat.

internationale Kunst
Der internationale Kunstmarkt boomt

Wenn der Künstler bereits ausgestellt hat oder auch in Sammlungen zu finden ist, dann sind seine Werke als Geldanlage empfehlenswert. Hat der Künstler vielleicht schon mal mit einem Museum oder mit einer Galerie zusammengearbeitet? Wenn das der Fall ist, dann lohnt es sich auf jeden Fall, seine Bilder zu kaufen.

Junge Künstler sind günstiger

Je jünger der Künstler, umso günstiger werden auch seine Werke angeboten. Teilweise sind Skulpturen oder Bilder schon für unter 1000 Euro zu haben, aber es ist natürlich schwierig, die Werke eines gänzlich unbekannten Künstlers zu einer Top-Geldanlage zu machen, dazu gehört schon das berühmte Quäntchen Glück. Wer in Kunst investieren möchte, der ist gut beraten, sich in die Materie einzuarbeiten, und das ist im Zeitalter des Internets nicht allzu schwer. Die großen Auktionshäuser wie Sotheby´s haben eine eigene Webseite und bieten so einen guten Überblick über die Kunst, die gefragt ist.

Das Geld streuen

In Kunst Geld anlegen heißt auch immer, man muss ein wenig Geduld mitbringen, denn es kann sehr lange dauern, bis ein Künstler berühmt ist. Manche Künstler schaffen es leider nie, und damit der finanzielle Verlust nicht zu hoch ist, sollte das Geld, wie beim Aktienhandel auch, breit gestreut werden.

Kunst als Geldanlage ist vielfach eine Art Liebhaberei, wenn Geld übrig sein sollte. Wer clever ist, der sollte sein Geld nach wie vor konventionell anlegen, aber die Kunst dabei nicht ganz aus den Augen verlieren.

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Kunst als Geldanlage – große Kunst für kleines Geld?
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